Thomas Schlechte
Landwird im Nebenerwerb, in Sachsen

Thomas Schlechte
Man muss ja auch gut begründen, warum das jetzt nicht so ordentlich aussieht wie sonst.
Thomas Schlechte bewirtschaftet zusammen mit seiner Familie das Gut Schlechte in Niederau in Sachsen im Nebenerwerb.
Dort wirtschaftet er auf ca. 60 ha Ackerland und 15 ha Grünland in ökologischer Wirtschaftsweise. Mit auf den Flächen gehaltenener Fleckvieh-Herde wird viel Wert auf einen geschlossenen Kreislauf gelegt. Am Gut Schlechte wurden drei Blühstreifen zunächst im Jahr 2021 angelegt, die aufgrund der Trockenheit nicht gut aufgegangen sind und teilweise im Jahr 2022 erneut mit einer Gesamtlänge von 629 m eingesät wurden.
Das Interview
Was hat Sie motiviert am Projekt teilzunehmen?
Ich fand die Idee ganz grundsätzlich erstmal interessant, was da eigentlich alles in einem Blühstreifen so passiert. Außerdem habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich einen vernünftigen Ackerrandstreifen auch in Abgrenzung zu unseren konventionellen Nachbarn schaffen kann. Auch in Bezug auf die gestandenen Landwirte, muss man ja immer gut begründen, warum das jetzt nicht so ordentlich aufgeräumt aussieht wie sonst.
Gab es Rückmeldungen von Berufskollegen oder anderen Interessierten zum Blühstreifen?
Ja, hier laufen schon viele Leute lang – leider nutzen einige den einen Blühstreifen auch als Trampelpfad mit ihren Hunden. Meine ehemalige Lehrerin, die Landwirtschaft studiert hat, hat immer mal wieder gefragt, was ich denn hier mache und was das soll. Die Frage ist ja, wen oder was willst du damit erreichen?
Haben Sie bereits andere Blühstreifen, z.B. im Rahmen von Agrar- und Umweltmaßnahmen oder anderen Programmen angelegt?
Ich wollte einmal gerne ein Programm mitmachen und Blühflächen anlegen, um eine Fläche, die ein bisschen schwierig geschnitten ist, zu optimieren. Aber die Maßnahme war leider recht steif angelegt, sodass ich dachte, das es überhaupt nicht für den Praktiker ausgelegt ist. Du hast dann Mindest- und Maximalbreiten, sodass ich das da nicht umsetzen konnte, wo es eigentlich sinnvoll gewesen wäre. Und das nächste ist, dass du dich bei den Agrar- und Umweltmaßnahmen für fünf Jahre bindest. Das konnte ich nicht funktional gestalten – der Aufwand lohnte sich auch gar nicht, auch der bürokratische Aufwand. Wir haben jetzt zwar mehrjährige Blühflächen als AUKM angelegt, aber auch hier gab es Schwierigkeiten, z.B. mit dem Saatgut. Erst sollt es ökologisch produziert sein, dann musste es das am Ende doch nicht. Das Problem sind auch die Schnittzeitpunkte, einen Monat vor Schnitt-erlaubnis wäre es trocken gewesen, aber dann darfst du noch nicht. Dann, wenn du darfst, regnet es durchgehend. Man muss sich da einfach an vieles rantasten.
Hast du eine Lieblingspflanze im Blühstreifen?
Ich mag die Ringelblume, die ist so schön bodenständig und auch noch heilend. Die Malve erfreut uns auch noch wenn alle andern schon verblüht sind.


