Schwebfliegen
Fleißige Bestäuber
Schwebfliege auf der Acker-Witwenblume
Die Namensgebung der Schwebfliegen weist auf ein sehr typisches Verhalten der Tiere hin: Sie können in der Luft an einem Ort schwebend verharren und dann augenblicklich in einem Sturzflug davonfliegen. In Deutschland gibt es um die 350 Schwebfliegenarten. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar, Pollen und auch vom Honigtau der Blattläuse. Nektar und Honigtau braucht die Schwebfliege zur Energieversorgung und die Pollen zur Eireifung.
Neben den Bienen gehören die Schwebfliegen zu den wichtigsten Bestäubern von Pflanzen. Im Gegensatz zu den erwachsenen Tieren weisen die Larven sehr unterschiedliche Lebensweisen auf und lassen sich in drei Gruppen einteilen: räuberisch lebende Larven, Larven, die sich von Pflanzensäften und -resten ernähren und die dritte Gruppe, die sich von verrottenden organischen Substanzen (Detritusfresser) ernährt.
Schwebfliegen als Nützlinge
Neben ihrer hohen Bestäuberleistung sind Schwebfliegen und deren Larven, die sich räuberisch ernähren, auf landwirtschaftlichen Kulturflächen von großer Bedeutung für die Regulierung von Schadinsekten.
Diese Arten sind effektive Blattlausräuber, die Blattlauskolonien gut dezimieren oder auch vollständig vernichten können. Auch andere Schädlinge wie z. B. die Weiße Fliege oder Thripse können den Larven als Beute dienen.
Die Gemeine Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus) und die Gemeine Feldschwebfliege (Eupeodes corollae) zählen zu den in Deutschland häufigsten blattlausfressenden Schwebfliegen. Die Schwebfliegen treten bereits ab März auf und legen ihre Eier in unmittelbarer Nähe zur Blattlauskolonie ab.
Die Weibchen produzieren zwischen 500 bis 1000 Eier und die Zahl der abgelegten Eier korreliert mit der Größe der Blattlauspopulation. Sie sind bei ausreichender Nahrung während der gesamten Vegetationsperiode bis in den November hinein anwesend.
Ihre Larven bekämpfen durch ihre Fraßtätigkeit die zu unterschiedlichen Zeiten auftretenden Blattlausarten. Die fußlosen Larven, die im Aussehen und in ihrer Bewegung kleinen Nacktschnecken ähneln, können während ihrer Entwicklungszeit von ca. 2 Wochen 400 bis 700 Blattläuse vertilgen. Man findet sie direkt in der Blattlauskolonie an der Blattunterseite oder an Pflanzenstängeln. Zudem sind die adulten Schwebfliegen gute Flieger, die Migrationsflüge von tausenden Kilometern ablegen können.
Warum NüBS Schwebfliegen fördern
Schwebfliegenlarve auf Zuckerrübe
Damit die Tiere genügend Nahrung auf landwirtschaftlichen Flächen finden, benötigen sie ein ständiges Blütenangebot. Hierfür sind krautige Strukturen mit verschiedenen Pflanzenarten, wie sie in Blühstreifen vorkommen, ein ideales Habitat.
Schwebfliegen besuchen dabei ganz bestimmte Blütenpflanzen, die in den NüBS gezielt enthalten sind. Zudem stehen Blattläuse auf den Kulturpflanzen nur für eine bestimmte Zeit als Nahrung den Larven zur Verfügung. So sind Schwebfliegenarten, die mehrere Generationen pro Jahr ausbilden, für ihre Larvenentwicklung auf Saumbiotope als Ausweichshabitate angewiesen.
Auch als Überwinterungsmöglichkeit sind Blühstreifen wichtige Strukturen für Schwebfliegen in der Kulturlandschaft.


