Parasitäre Wespen

Natürliche Gegenspieler von Schadinsekten

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Schlupfwespe, Fliegen und Schwebfliege auf wilder Möhre

Unter den parasitären Wespen (auch als Parasitoide bezeichnet) befinden sich sowohl Schlupfwespen, Brackwespen als auch Erzwespen. Es gibt noch viele Arten in weiteren Familien innerhalb der Hautflügler, die parasitisch leben. Da vermutet wird, dass viele Arten noch gar nicht bestimmt worden sind, ist die Nennung der Anzahl der parasitär lebenden Wespen in Deutschland schwierig.

Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass die Weibchen ihre Eier mit Hilfe eines Legestachels in ihre Wirtstiere legen und die daraus schlüpfende Larve im oder am Wirt lebt und sich von ihm ernährt. Wenn sich die Larve verpuppt, stirbt auch der Wirt ab. Für den Menschen sind diese Wespen völlig ungefährlich, denn sie können nicht wie andere Wespen klassischerweise stechen.

Parasitoide als Nützlinge

Die Blattlaus-Parasitoide, Aphidiinae, gehören zur Familie der Brackwespen. Die erwachsenen Wespen sind sehr klein, 2–3 mm groß. Sie ernähren sich vom Zucker im Nektar oder Honigtau der Blattläuse. Ein Teil der Arten betreibt zudem sogenanntes „Hostfeeding“, wobei sie die austretende Flüssigkeit bei angestochenen Läusen als Eiweißquelle nutzen. Aphidiinae überwintern als erwachsene Tiere oder als Puppe. Sie können Temperaturen geringer als -12 °C überleben. Blattlaus-Parasitoide suchen aktiv nach ihren Wirten, den Blattläusen.

Es wird normalerweise ein Ei in eine Blattlaus abgelegt. Die Larven entwickeln sich in den Blattläusen und fressen diese völlig aus. Am Ende der Larvenentwicklung trocknet die Haut der Blattlaus ein und nimmt eine helle bis dunkle, perlmuttartige Farbe an und erscheint prall aufgeblasen. An diesen sogenannten „Mumien“ sind parasitierte Blattläuse leicht zu erkennen. Für den Schlupf des erwachsenen Tieres wird ein sauberes, kreisrundes Loch in den Kokon gebissen.

Blattlaus-Parasitoide spielen eine wichtige Rolle bei der Reduktion von Blattlauspopulationen an Kulturpflanzen. Jedoch tritt der Effekt erst verzögert auf, da die parasitierten Tiere am Anfang der Parasitierung noch leben und Nahrung aufnehmen können. Zudem liegt die Parasitierungsrate zuerst niedrig und erhöht sich mit zunehmender Populationsdichte. Bereits eine Parasitierungsrate von 20% hat einen beachtlichen Einfluss auf die Populationsentwicklung von Blattläusen und somit auf die Schädigung der Kulturpflanzen.

Die Blattlauspopulationen wachsen nicht mehr und können sich auch nicht mehr vermehren. Mit der Zeit können auch 100% der Tiere parasitiert sein, was zu einem völligen Zusammenbruch der Schädlingspopulation führt. Parasitoide sind im Allgemeinen sehr spezialisierte Tiere. So gibt es nicht nur welche, die auf Blattlauskolonien spezialisiert sind, sondern auch welche, die Raupen oder andere (Schad)insekten parasitieren.

Warum NüBS parasitische Wespen fördern

Schlupfwespe_parasitierte-Blattlaus

Parasitierte Blattlaus-Mumie

Ein artenreicher, dichter und mehrjähriger Blühstreifen ist eine gute Voraussetzung für den Erhalt und Aufbau von wirkungsvollen Populationen der Parasitoide. Sie bieten ein kontinuierliches Angebot an essenzieller Nahrung für die erwachsenen Stadien in Form von Blütennektar, extrafloralen Nektarien und Honigtau.

Aber auch als Habitat für Haupt-, Neben- und Zwischenwirte für die Larvenentwicklung der Parasitoiden spielen sie eine ausschlaggebende Rolle. Von hier aus werden die Kulturflächen bei der nächsten Flächenbestellung wieder besiedelt. NüBS bieten zudem Überwinterungsmöglichkeiten für die Aphidiinae, z.B. im Bodenstreu.