Königskerze
Der Leuchtturm im Blühstreifen
Königskerze (Verbascum thapsus)
Die Kleinblütige Königskerze ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr eine Blattrosette und im zweiten Jahr ihre Blüte ausbildet. Sie ist in Europa, Nordafrika und Asien heimisch und gehört zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae).
Die Königskerze hat eine lange Pfahlwurzel, die dafür sorgt, dass sie auf trockenen und nährstoffarmen Standorten gut wachsen kann. Ihre Blätter sind stark behaart, was ihr ein wolliges Erscheinungsbild verleiht.
Vor der Blüte wächst die Königskerze stark in die Höhe und erreicht dabei Wuchshöhen von über zwei Metern.
In der Gattung der Königskerzen (Verbascum) gibt es noch viele Arten, die ähnliche positive Eigenschaften für Insekten mitbringen – darunter zum Beispiel die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum), Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) oder die Mehlige Königskerze (Verbascum lychnitis).
Die Kleinblütige Königskerze bildet im ersten Jahr eine Rosette aus. Sie ist durch ihre wollig aussehenden Blätter leicht zu erkennen. Die Rosette wächst bis kurz vor der Blüte weiter und kann dabei sehr groß werden.
Blüte der Königskerze
Die Kleinblütige Königskerze bildet viele kleine, gelb leuchtenden Blüten aus.
Der Blütenstand der Königskerze entsteht am sich streckenden Hauptstängel. Die kräftig gelben Blüten wachsen an den immer kleiner werdenden Blattachseln in kleinen Gruppen.
Der Durchmesseneiner einzelnen Blüte liegt ungefähr bei 2 cm. Sie befinden mit sehr kurzen Blütenstielen nah am Stängel. Die Blüten bilden keinen Nektar aus, stellen aber reichlich leicht zugänglichen Pollen zur Verfügung. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September oder sogar in den Oktober hinein.
Nützlinge und die Königskerze
Für unsere Nützlinge bietet die Königskerze eine reichliche Mahlzeit durch ihren leicht zugänglichen Pollen. Schwebfliegen, Marienkäfer, Spinnen und räuberische Wanzen können die Pflanze außerdem gut als Aufenthalts- und Jagdplatz nutzen. Sie wird oft in Gewächshäusern gepflanzt, um explizit Lebensräume für Raubwanzen zu schaffen und eine natürliche Schädlingsbekämpfung dort zu etablieren.
Auch andere pollensammelnde Insekten wie kurzrüsselige Wildbienen (z. B. Sandbienen, Furchenbienen) profitieren von der Kleinblütigen Königskerze. Spezialisierte Insekten wie die Raupen des Königskerzen-Mönchs (Nachtfalter) sind genau auf diese Pflanzen spezialisiert und ernähren sich von ihr. Andere Tagfalter profitieren vor allem von der Struktur der Pflanze als Ruhe- und Sonnenplatz. Die trockenen Stängel werden von manchen Wildbienenarten als Überwinterungsquartier und Brutstätte genutzt.
Die Königskerze bildet ab dem zweiten Jahr ihre Blüten aus und vermehrt sich durch das Bilden von Samen selbst. Sie ist mit ihren langen Blütenständen ein echter Hingucker im Blühstreifen und ist ein wichtiges Bestandteil bei der Anlage von mehrjährigen Blühflächen.


