Florfliegen
Blattlaus-Löwen bei der Arbeit
Florfliegen-Ei ©JKI,Ohlendorf
Körper ist grün gefärbt, teilweise auch ins Bläuliche oder Bräunliche gehend. Ihre großen, knopfförmigen Augen schimmern golden, daher werden sie oft als „Goldauge“ bezeichnet. Anders als ihr Name „Florfliege“ hindeutet, gehört sie nicht zur Familie der Fliegen, sondern wird in der Familie der Netzflügler (Chrysopidae) eingeordnet. In Deutschland sind mehr als 30 Arten vertreten. Die erwachsenen Tiere treten bereits im Frühjahr auf und sind meist dämmerungs- oder nachtaktiv. Die Vertreter der Gattung Chrysoperla sind im Larvenstadium räuberisch, fressen aber auch Nektar und Pollen, während sie sich als Erwachsene nur von Nektar, Pollen und Honigtau ernähren.
Man kann sie oft auf den Blüten krautiger Pflanzen beobachten. Die häufigste bei uns vorkommende Art ist die Gemeine Florfliege, Chrysoperla carnea. Die Weibchen legen ihre gestielten Eier – bis zu 800 Stück – an Pflanzenteilen ab, wobei dies oft nicht am Ort der Beutetiere geschieht. Dadurch befinden sich die Larven häufig schon vor der Besiedlung mit Schadinsekten auf den Pflanzen.
Die Larven haben kräftige Saugzangen, mit denen sie ihre Beute durchbohren und aussaugen. Nach Ihrer ca. 2–3 Wochen andauernden Entwicklung verpuppen sich die Larven in einem kugelförmigen, weißen Kokon. Im Jahr werden um die 2–3 Generationen gebildet, die sich zeitlich überschneiden können. Im Herbst färben sich die erwachsenen Tiere von grün nach braun und gehen in die Winterruhe.
Florfliegen als Nützlinge
Für die Bekämpfung von Schadinsekten auf landwirtschaftlichen Flächen ist das aggressive Verhalten der Larven, insbesondere gegenüber ihrer Hauptnahrung den Blattläusen, sehr erwünscht. Sie sind ein wichtiger Regulator von Blattlausbeständen und werden oft als „Blattlauslöwen“ bezeichnet.
Während ihrer Entwicklungszeit können sie 500 bis 1000 Blattläuse vertilgen. Sie fressen aber auch Spinnmilben (bis zu 50 Stück pro Stunde), Thripse, Schmierläuse, Raupen, Zikaden und Käferlarven (Kartoffelkäfer). Die Larven sind vor allem nachtaktiv und verstecken sich tagsüber meistens sehr gut. Manchmal können sie aber auf Blüten, wo sie Nektar und Pollen fressen, beobachtet werden.
Warum NüBS Florfliegen fördern
Florfliegenlarve auf Margerite
Für das Überleben der erwachsenen Insekten ist ein ständiges Blütenangebot in landwirtschaftlichen Kulturen, wie es durch Blühstreifen erreicht wird, sehr wichtig. Ebenso sind die in den Blühstreifen lebenden weichhäutigen Insekten wichtig als Beute für die Entwicklung der Larven, während der Zeit, in der die Kulturfläche nicht ausreichend Nahrung bietet.
Ebenso bieten solche Insektenvorkommen den erwachsenen Tieren der Gattung Chrysopa wichtige Nahrungsquellen. Die Streuschicht der Blühstreifen bieten den überwinternden ausgewachsenen Tieren genügend Möglichkeiten, wie z. B. Abgefallenes Laub am Boden, um kühle Temperaturen zu über- stehen.


